CONVINUS Global Mobility Insights - Herbst / Fall 2025 Vorteile des grenzüberschreitenden Einsatzes von Fremdpersonal gegenüber der Entsendung von eigenen Mitarbeitern Autorin: Friederike V. Ruch, CEO, CONVINUS Der grenzüberschreitende Einsatz von Fremdpersonal erfolgt in Unternehmen häufig aus strategischen, wirtschaftlichen und auch aus praktischen Gründen. Oft geht es darum, Flexibilität, Kostenvorteile oder Spezialwissen zu sichern, welches intern nicht vorhanden ist oder auch durch den Einsatz von eigenem Personal aus den verschiedensten Gründen nicht möglich ist. Häufig sind der Faktor Zeit sowie die rechtlichen Herausforderungen die meistgenannten Hinderungsgründe, weshalb intern eher nicht auf den Einsatz von eigenem Personal in Form von Entsendungen gesetzt wird. Wenn wir von Fremdpersonal sprechen, sind damit in der Regel selbständige Dienstleister oder auch Unternehmen gemeint, welche ihre Mitarbeiter an ein anderes Unternehmen «ausleihen». In der Regel werden diesbezüglich Werkbeziehungsweise Dienstverträge abgeschlossen oder Verträge mit Serviceprovidern (Agenturen, Personalverleihunternehmen, Employer of Record, etc.) für den Einsatz von Fremdpersonal. Unternehmen stehen heute noch mehr als in der Vergangenheit vor vielen Herausforderungen, unter anderem auch im Personalbereich, dabei fällt immer wieder das Schlagwort Fachkräftemangel sowie bürokratische und rechtliche Hürden im grenzüberschreitenden Bereich. A) Gründe für den Einsatz von externem Fremdpersonal 1. Flexibilität und schnelle Verfügbarkeit In der heutigen Zeit möchten Kunden in der Regel nicht lange warten und haben oftmals die Erwartungshaltung, dass die gewünschten Dienstleistungen oder Produkte kurzfristig erbracht beziehungsweise geliefert werden können. Dies bringt Unternehmen dann in die Bedrängnis schnell die angeforderten Leistungen bezieh- 4
CONVINUS Global Mobility Insights - Herbst / Fall 2025 ungsweise die angeforderten Produkte liefern zu müssen, damit die Unternehmen sich die Aufträge auch entsprechend sichern können. Kommt das Unternehmen dann in kurzfristige Personalengpässe, beispielsweise auf Grund von Krankheit, Urlaub oder unerwarteten Auftragsspitzen, kann ausländisches Fremdpersonal häufig schneller einspringen, als dass man dies mit aus dem Ausland entsandten eigenen Mitarbeitern sicherstellen kann. Beispiel: Ein Schweizer Unternehmen im Anlagenbau hat ein Projekt in der Türkei. Es holt sich externe türkische Fachkräfte, um dieses Projekt termingerecht fertigzustellen. Wenn es zu Unterbrüchen im Projekt kommen sollte, muss man den externen Fachkräften in der Regel keine Vergütung bezahlen. Hingegen wenn man weitere eigene Fachmitarbeiter aus der Schweiz in die Türkei holen würde, müsste man diese auch bei Unterbrüchen weiterbeschäftigen beziehungsweise sich überlegen, wie man eine solche Situation für das Unternehmen bestmöglich löst. Allein für den Erhalt einer entsprechenden Bewilligung in der Türkei muss man mit einem Zeitraum von ungefähr 4 bis 8 Wochen rechnen, so dass es eine etwas längere Vorlaufzeit benötigt. In verschiedenen Branchen kommt es auch zu grösseren saisonalen Schwankungen, wie beispielsweise in Branchen wie der Landwirtschaft, in der Hotellerie und Gastronomie oder im Bereich Logistik, da in bestimmten Monaten mehr Arbeitskräfte benötigt werden. 2. Zugang zu Fachkräften und Know-how In vielen Ländern fehlen qualifizierte Arbeitskräfte, so zum Beispiel in den Bereichen Gesundheit, Informatik, Handwerk oder im Ingenieurswesen. Unternehmen greifen auf Fremdpersonal immer häufiger zurück, um offene Stellen schnell besetzen zu können. Zudem ist spezialisiertes Expertenwissen, welches für Projekte unabdingbar ist, schwer zu finden. 5
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