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Unsere Newsletter 2018

Wir haben Ihnen unsere Newsletter Beiträge aus 2018 zusammengestellt. Folgen Sie einfach unserem Inhaltsverzeichnis zu Ihrem gewünschten Beitrag.

NEWSLETTER 2 /

NEWSLETTER 2 / 2018 Inhalt Kurzfristige Entsendungen in die USA 1 Meldepflicht im Rahmen der Masseneinwanderungsinitiative 4 Grundlagen der Tax Equalization 5 Gestaltung eines Expat-Vertrags 6 Kurzfristige Entsendungen in die USA Autorin: Friederike V. Ruch Die USA sind nach wie vor ein wirtschaftlich wichtiger Handelspartner für die europäischen Länder und so auch für die Schweiz. Daraus ergibt sich, dass es zu Mitarbeitereinsätzen in den USA von u.a. Mitarbeiter von Unternehmen mit Sitz in der Schweiz kommt. Vorwiegend aufgrund des Kostendrucks in den meisten Unternehmen wird versucht, Entsendungen so kurzfristig wie möglich zu halten. Hierbei gilt es eine Reihe von Aspekten zu beachten. Im Nachfolgenden gehen wir auf die einzelnen rechtlichen Aspekte kurz ein. Definition einer kurzfristigen Entsendung Es gibt für den Begriff «kurzfristige Entsendung» keine gesetzlich einschlägige Definition. Um die Zeitdauer einer kurzfristigen Entsendung zu definieren, gilt es eine Abgrenzung vorzunehmen, bei welcher Zeitdauer man von einer Geschäftsreise spricht und ab wann es sich um eine kurzfristige bzw. langfristige Entsendung handelt. In der Praxis spricht man in der Regel von einer kurzfristigen Entsendung, wenn es sich um eine Einsatzdauer von wenigen Wochen bis hin zu 12 Monaten handelt. Bei den nachfolgenden Ausführungen beziehen wir uns auch auf diesen Zeitraum. Vergütung und Vertrag Häufig wird bei kurzfristigen Entsendungen keine komplette Anpassung an das Basissalär vorgenommen, sondern es werden lediglich die folgenden Kostenfaktoren berücksichtigt bzw. ausgeglichen: • Reisekosten zwischen dem Heimatland und dem Einsatzland • Home Leave(s) • Unterkunftskosten im Einsatzland • Tagespauschale für die Abgeltung von Mehrkosten im Einsatzland • Einholung der Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung • Steuerausgleich, sofern es zu einer Steuerpflicht im Einsatzland kommt • Steuerberatungskosten für die Erstellung der Steuererklärungen im Heimat- und Einsatzland • Auslandskrankenversicherungszusatz In der Regel wird zum bestehenden Arbeitsvertrag lediglich ein Zusatzvertrag erstellt, welcher die Aspekte des Einsatzes im Ausland regelt. Hierzu gehören u.a.: • Zusätzliche Vergütungsbestandteile • Steuerausgleich • Sozialversicherungsunterstellung inkl. Zusatzversicherungen Bei jeder Ausübung einer Erwerbstätigkeit im Ausland muss grundsätzlich geprüft werden, inwieweit es zwingende arbeitsrechtliche Bestimmungen des Einsatzlandes gibt, welche es zu beachten gilt oder ob sogar ein Arbeitsvertrag im Einsatzland ausgestellt werden muss. Für einen kurzfristigen Einsatz in den USA besteht keine Notwendigkeit, einen amerikanischen Arbeitsvertrag zu erstellen; es ist ausreichend, einen Zusatz zum bestehenden Arbeitsvertrag zu erstellen, welcher alle Regelungen des Einsatzes in den USA wiedergibt.

2 NEWSLETTER 2 / 2018 In Bezug auf die zwingenden arbeitsrechtlichen Bestimmungen gilt es neben den Bundesregelungen, auch die des entsprechenden Einsatzstaates in den USA zu berücksichtigen. Dies muss auf jeden Fall vorgängig geprüft werden. Payroll Bei einer kurzfristigen Entsendung findet in der Praxis üblicherweise kein Wechsel der Payroll statt. Ebenso wird die Lohnauszahlung im Heimatland weitergeführt. Für die Berechnung der Steuerabgaben in den USA sowie der möglichen Sozialversicherungsabgaben in den USA ist es jedoch notwendig, dass eine «Shadow-Payroll» geführt wird. E-Visum Wenn das amerikanische Unternehmen mit dem ausländischen Unternehmen in einem Mutter-Tochter-Verhältnis oder ähnlichem Verhältnis steht, kann ein solches E-Visum für die Mitarbeiter des ausländischen Unternehmens beantragt werden, sofern sie die gleiche Staatsangehörigkeit wie das ausländische Unternehmen besitzen. Die Qualifikation oder Funktion des Mitarbeiters ist nicht ein massgebendes Kriterium. In der Regel dauert das Verfahren ca. 3 Wochen und verläuft ausschliesslich über die amerikanische Botschaft. Die beiden Hauptunterschiede dieser beiden Visakategorien sind, die Notwendigkeit der Qualifikation der Mitarbeiter bzw. die Verfahrensdauer. Beide Visakategorien können für Einsätze von wenigen Wochen bis zu 3 Jahren verwendet werden. Bewilligungspflicht Im Allgemeinen muss ein Staatsangehöriger eines anderen Landes, der in die USA einreisen möchte, zunächst ein Visum erhalten; entweder ein Nichteinwanderungsvisum für einen vorübergehenden Aufenthalt oder ein Einwanderungsvisum für einen permanenten Aufenthalt. Im Rahmen von kurzfristigen Entsendungen benötigt es in der Regel ein Nichteinwanderungsvisum. Die am häufigsten verwendeten (Nichteinwanderungs-) Visakategorien, welche eine Erwerbstätigkeit im Rahmen einer Entsendung erlauben, sind: L1-Visum Diese Visumskategorie ist für Mitarbeiter internationaler Unternehmen, welche in eine verwandte Gesellschaft entsandt werden, bestimmt. Der Mitarbeiter muss entweder eine Position innerhalb der Geschäftsführung oder auf Managementebene bekleiden oder über spezielle Kenntnisse verfügen oder versetzt werden, um innerhalb des Unternehmens in den USA auf einer dieser Ebenen tätig zu sein. Es muss sich nicht notwendigerweise um dieselbe Position handeln. Ausserdem muss der Mitarbeiter innerhalb der drei Jahre vor der Beantragung des Visums mindestens 12 Monate lang durchgehend ausserhalb der USA in dem Unternehmen beschäftigt gewesen sein. Das Verfahren dauert in der Regel mindestens 6-8 Wochen, wobei ein kostenpflichtiges Express- Verfahren gewählt werden kann. Bei dem Verfahren ist die US-Einwanderungsbehörde sowie das amerikanische Konsulat bzw. die amerikanische Botschaft involviert. Sozialversicherungspflicht Bei einem kurzfristigen Einsatz in den USA muss überprüft werden, inwieweit der Mitarbeiter in den USA sozialversicherungspflichtig wird. Hierzu gilt es, in einem ersten Schritt festzustellen, ob ein Sozialversicherungsabkommen zwischen dem Heimatland und den USA vorhanden ist. In einem zweiten Schritt gilt es zu eruieren, welche Sozialversicherungszweige im Abkommen abgedeckt sind. Denn nur für die Versicherungszweige, welche im Abkommen erwähnt sind, kann grundsätzlich eine Befreiung im Einsatzland erfolgen. In dem Sozialversicherungsabkommen zwischen der Schweiz und den USA sind die Sozialversicherungszweige der AHV/IV enthalten. Von Schweizer Seite her kann jedoch ein Mitarbeiter, der von der Schweiz in die USA für einen kurzfristigen Zeitraum entsandt wird, in der Schweiz nicht nur bei der AHV/IV unterstellt bleiben, sondern auch bei der Arbeitslosenversicherung, Pensionskasse, Unfallversicherung und Krankenversicherung. Die Krankentaggeldversicherung ist aus Schweizer Sicht kein Teil der Sozialversicherung, sondern eine Absicherung eines arbeitsvertraglichen Risikos. Trotzdem kann ein Mitarbeiter auch in der Krankentaggeldversicherung versichert bleiben. Als Bestätigung der Weiterversicherungsunterstellung in der Schweiz muss bei der Ausgleichskasse eine Entsandtenbescheinigung eingeholt werden. Hierfür ist zwingend massgebend, dass der Mitarbeiter seine Schweizer Krankenversicherung beibehält.

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