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Unsere Newsletter 2018

Wir haben Ihnen unsere Newsletter Beiträge aus 2018 zusammengestellt. Folgen Sie einfach unserem Inhaltsverzeichnis zu Ihrem gewünschten Beitrag.

NEWSLETTER 3 /

NEWSLETTER 3 / 2018 Inhalt Personaleinsatz in China 1 USA - L-1 Blanket Approval 4 Eine Analyse: Sind Balance-Sheet-Berechnungen noch zeitgemäss? 5 Aufrechterhaltung der Höchstzahlen für Bulgaren und Rumänen bis 31. Mai 2019 6 Personaleinsatz in China Autorin: Friederike V. Ruch Bei einem Projekteinsatz oder einem internationalen Mitarbeitereinsatz gilt es im Gegensatz zu einer lokalen Anstellung eine Reihe von Zusatzaspekten zu beachten. Hierzu zählen vor allem personelle Themen, kulturelle Unterschiede, Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung, Steuern, Sozialversicherung, Entlöhnung und arbeitsvertragliche Themen. Personal Eine Vielzahl von Unternehmen, welche in China investieren, haben nur wenig Erfahrung in der richtigen Führung von chinesischen Mitarbeitern und sehen sich mit Fluktuationskosten in Höhe von über 20% der Gesamtkosten konfrontiert. Hier ist zu erwähnen, dass die Mitarbeiterloyalität grundsätzlich relativ gering ist und häufig komplette Teams abgeworben werden. Kulturelle Unterschiede Die Chinesen haben in der langen und komplizierten Entwicklung ihrer Kultur gelernt, mit Widersprüchen und scheinbaren Gegensätzen zu leben – eine Kultur, die im ganzen asiatischen Raum verbreitet ist. Die chinesische Wahrnehmung ist in eine äussere und eine innere Welt unterteilt. Die äussere Gruppe entspricht dem Fremden z.B. dem Alltag auf der Strasse, den unbekannten Menschen, mit denen man keine engere Verbindung hat. Zu der inneren Welt gehören Familie, Freunde, Verwandte und gute Kollegen. Hier verwandeln sich die Chinesen zu den freundlichen und zuverlässigen Menschen, voller Fürsorge, Höflichkeit und Verbindlichkeit. Aus diesem Grund sollte ein guter Manager sein Unternehmen "wie ein Vater" führen. Es muss eine absolute Vertrauensbasis zum Personal vorhanden sein, und keine Distanz. Das Verhältnis muss so sein, dass Kritik als aufbauend empfunden wird. Wer die kulturelle Kluft überwindet, wird durch Mitarbeiter belohnt, die wesentlich loyaler sind als im Westen. Denn ein chinesischer Vater hat eine Verantwortung für seine Kinder – und umgekehrt die Kinder für den Vater. Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung Jede natürliche Person benötigt zur Einreise nach China ein Visum. Ein entsprechendes Gesuch muss bei der chinesischen Botschaft oder dem Konsulat im Heimatland eingereicht werden. Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Visa-Kategorien (Besuchervisum, Geschäftsreisevisum, Arbeitsvisum Z etc.). Vorschriften der chinesischen Behörden Für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit in China benötigt es zudem eine entsprechende Bewilligung, in der Regel ein Arbeitsvisum Z, welches grundsätzlich vor der Einreise nach China zu beantragen ist. Jede lokale chinesische Behörde überprüft jedes Jahr die Situation bezüglich der

2 NEWSLETTER 3 / 2018 Einhaltung der Vorschriften durch die Arbeitgeber in ihrer Region in China. Wenn der Arbeitgeber die Vorschriften der Behörde nicht erfüllt, muss der Arbeitsvertrag mit dem ausländischen Arbeitnehmer vom Arbeitgeber gekündigt werden. Zusätzlich kann jedem Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine Strafe auferlegt werden, sofern diese sich nicht an die Vorschriften der Behörde halten. Wenn beispielsweise ein Arbeitgeber für einen ausländischen Arbeitnehmer keine Arbeitsbewilligung einholen kann, muss der Arbeitsvertrag beendet werden, ansonsten kann der Arbeitgeber mit einer Busse bestraft werden und er muss zusätzlich für die Ausreise des Arbeitnehmers sorgen sowie für die Kosten aufkommen. Steuern Bei der Beurteilung in welchem Staat die Besteuerung der Erwerbseinkünfte gegeben ist, gilt grundsätzlich das Erwerbsortsprinzip. Dies bedeutet, die Erwerbseinkünfte sind grundsätzlich in dem Staat steuerpflichtig, in welchem die Erwerbstätigkeit auch ausgeübt wird. Von diesem Prinzip kann nur auf Grund von nationalen Vorschriften im Erwerbsstaat abgewichen werden oder auf Grund von internationalen Vorschriften gemäss entsprechendem Doppelbesteuerungsabkommen. Steuerpflicht Grundsätzlich gilt gemäss chinesischen Recht, dass in China erst eine natürliche Person dann eine Steuerpflicht begründet, wenn sie sich mehr als 90 Tage in China aufhält. Ansonsten verbleibt die Besteuerung im Ansässigkeitsstaat. Steuern in China Sofern eine natürliche Person in China steuerpflichtig wird, ist sie verpflichtet, sich beim örtlichen Steuerbüro zu melden und monatlich eine Steuererklärung abzugeben sowie die anfallenden Steuern innerhalb der ersten 7 Tage des Folgemonats zu begleichen. In der Regel hält der Arbeitgeber die monatliche Steuer vom Salär ein und führt diese direkt an die Steuerbehörde ab. Die Besteuerung der Einkünfte aus Löhnen und Gehältern in China erfolgt mit einem progressiven Steuersatz von 5% bis 45%. Der Steuersatz von 45% wird erreicht, wenn das jährlich zu versteuernde Einkommen CNY 80‘000 (ca. CHF 12’000) überschreitet. In der Regel erhalten Ausländer, die in China arbeiten, zusätzlich zu ihrem Grundgehalt verschiedenartige Zulagen. Gemäss den chinesischen Einkommenssteuerbestimmungen sind Nebenleistungen in Geldform an ausländische Arbeitnehmer einkommenssteuerpflichtig. Dem hingegen existiert für gewisse Sachleistungen, die bargeldlos oder als Rückerstattung erfolgen, eine zeitweilige oder ganze Einkommensteuerbefreiung. Die chinesischen Steuerbehörden sind unaufhaltsam damit beschäftigt, ausländische Arbeitnehmer aufzuspüren, die ihr Touristenvisum für Arbeitszwecke missbrauchen. Auch auf der Suche nach zu niedrig deklarierten Einkommen werden sie immer öfter fündig. Dabei sind die Strafen empfindsam hoch: So müssen die überführten Steuerhinterzieher bis zum 5-fachen des fälligen Betrages zusätzlich zur ohnehin fälligen Steuer nachträglich zahlen. Die Behörden schrecken auch nicht davor zurück, Unternehmensinhaber die Erlaubnis zu entziehen oder gleich die Aufenthaltsgenehmigung für ungültig zu erklären. Doppelbesteuerungsabkommen sind zwischen China und Deutschland, Österreich sowie der Schweiz vorhanden. Aufgrund der vorhandenen Doppelbesteuerungsabkommen kann von der Besteuerung im Erwerbsortstaat basierend auf der sogenannten Monteurklausel oder 183-Tage-Regel abgewichen werden. Dies bedeutet, wenn eine Person sich weniger als 183 Tage im Kalenderjahr in China aufhält, die Vergütung nicht von einer Gesellschaft in China ausbezahlt wird und die Vergütungskosten auch nicht in China von einer Gesellschaft oder Betriebsstätte getragen werden, dann besteht die Möglichkeit der Befreiung von der chinesischen Besteuerung auf den Erwerbseinkünften und entsprechend die Möglichkeit der Besteuerung im Wohnsitzstaat. Sozialversicherung Auch im Bereich der Sozialversicherungsunterstellung gilt das Erwerbsortsprinzip. Auch dies bedeutet, dass die Sozialversicherungspflicht in dem Staat gegeben ist, in welchem eigentlich die Erwerbstätigkeit ausgeübt wird. Von dieser Sozialversicherungsunterstellung gemäss nationalem Recht des Einsatzlands kann nur durch nationale Regelungen, welcher einer Sozialversicherungsunterstellung entgegenstehen, abgewichen werden oder sofern ein Sozialversicherungsabkommen vorhanden ist. In 2011 wurde in China eine Sozialversicherungspflicht für ausländische Arbeitnehmer eingeführt, wobei die nicht von allen Regionen (bspw. Shanghai) umgesetzt wurde. Diese

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