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Unsere Newsletter 2018

Wir haben Ihnen unsere Newsletter Beiträge aus 2018 zusammengestellt. Folgen Sie einfach unserem Inhaltsverzeichnis zu Ihrem gewünschten Beitrag.

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NEWSLETTER 1 / 2018 5 pakete oftmals nachverhandelt, was zu zusätzlichen Kosten und Budgetengpässen seitens des Unternehmens führen kann. Mit einer für alle Mitarbeitende frei zugänglichen Ent sendungsrichtlinie wird zudem aufwendigen Einzelfallent scheidungen entgegengewirkt und für alle Entsandten Transparenz und Fairness kommuniziert. Unterschiedliche Bedürfnisse für Auslandseinsätze innerhalb der Organisation berücksichtigen Eine gut strukturierte Entsendungsrichtlinie kann und sollte auf die unterschiedlichen Zielgruppen von Entsandten eingehen. Ein lediger Studienabsolvent, der die Chance erhält, für 6 Monate zur Karriereentwicklung ins Ausland zu gehen, muss nicht die gleichen Benefits erhalten wie ein langjähriger Spezialist, der dringend für den Aufbau eines ausländischen Standortes benötigt wird. Werden diese Unterschiede klar von Anfang an kommuniziert, so sind sie auch für die Mitarbeitenden nachvollziehbar und akzeptabel. Mit klarer Kommunikation über die Leistungen (z.B. Wohnungszulagen, Tagespauschalen) und eventuell auch Ver pflichtungen (z.B. Rückzahlungsvereinbarungen, Steuer über nahmen) für die jeweiligen Entsandtengruppen bei Auslandsaufenthalten lassen sich vorab die Erwartungshaltungen managen und für das Unternehmen Kosten sparen. Sofern die Informationen von Anfang an kommuniziert wurden, wird es den meisten Mitarbeitenden, die auf eigenen Wunsch zu Karrierezwecken ins Ausland gehen, plausibel erscheinen, dass sie nicht die gleichen Leistungen erhalten wie Mitarbeitende, die vom Unternehmen dringend an einem ausländischen Standort gebraucht werden. Sind die Begehrlichkeiten jedoch erst einmal geweckt und Versprechungen durch den Vorgesetzten gemacht worden, wird es ungleich schwieriger, Mitarbeitenden zu erläutern, warum sie gewisse Benefits nicht erhalten sollten. Eine Entsendungsrichtlinie mit definierten Prozessabläufen und Benefits für die jeweiligen Mitarbeitendengruppen schafft hier von Anfang an Klarheit. Berücksichtigung der verschiedenen Stakeholder und Vermeidung von wiederkehrenden Interessenskonflikten Es ist im ureigenen Interesse der Geschäftseinheiten, Mitarbeitende möglichst schnell und unkompliziert am benötigten Ort einzusetzen. Betriebliche Belange erlauben dabei oft keine umfangreichen Vorbereitungszeiten. Die Unternehmensbereiche Personal, Controlling und Recht drängen jedoch auf strukturierte Prozesse, um die Compliance vor allem hinsichtlich Steuern, Arbeitsbewilligungen, Sozialversicherungen und dergleichen zu wahren. Dabei stehen die einzelnen Interessen oftmals gegeneinander, denn bei einem umgehenden Auslandseinsatz ist es oftmals nicht möglich, alle Arbeitsbewilligungen einzuholen oder die optimale Struktur des Auslandseinsatzes hinsichtlich Steuern, Sozialversicherungen, Vergütung und Arbeitsrecht zu erarbeiten. Auch kann die Vermeidung einer Betriebsstätte im Ausland aus unternehmenssteuerlicher Sicht zu einer unvorteilhaften steuerlichen Beurteilung für den einzelnen Mitarbeitenden führen, so dass die Interessengruppen Controlling, Finanzen, Personalabteilung und Mitarbeitende eine einvernehmliche und für das Unternehmen gesamthaft vorteilhafte Lösung finden müssen. Es ist daher von Vorteil, auch bei wenigen und unregelmässigen Mitarbeitendeneinsätzen im Ausland, klare Prozessabläufe zu definieren und festzulegen, welchen Interessen der Vorrang gewährt wird, um lange wiederkehrende Verhandlungen und bereits begangene Fehler zu vermeiden. Dies spart allen Beteiligten letztendlich Zeit, Geld und Nerven. Entsendungen zwischen verbundenen Unternehmen vereinheitlichen Entsendungsrichtlinien sind unerlässlich, wenn Entsendungen zwischen verbundenen Unternehmen dezentral organisiert werden. Die Standardisierung von Auslandseinsätzen und grobe Rahmenbedingungen helfen dabei, Entsendungen zu strukturieren und damit zu vereinfachen. Wenn Mitarbeitende von verschiedenen Standorten an einen gemeinsamen Einsatzort entsandt werden, sollten sie einheitliche Entsendungskonditionen vorfinden, so dass einerseits Gleichbehandlung gewährleistet wird und andererseits die unterschiedlichen Positionen und hierarchischen Stellungen der Mitarbeitenden beachtet werden. Fazit Grundsätzlich sollten Richtlinien für Entsandte frühzeitig erarbeitet werden. Es empfiehlt sich, dass Unternehmen mit nur

6 NEWSLETTER 1 / 2018 wenigen Auslandseinsätzen hierbei flexibel und pragmatisch vorgehen. Die erste Entsendungsrichtlinie kann dabei nur ein einfaches Regelwerk mit den wichtigsten Eckpunkten wie Steuern, Sozialversicherungen und Benefits sein. Mit steigendem Auslandsbezug des Unternehmens können die gewonnenen Erfahrungen in eine regelmässig überarbeitete und auf die Unternehmensbedürfnisse angepasste Entsendungsrichtlinie einfliessen. So kann sichergestellt werden, dass allen Beteiligten eine transparente, einfach zu handhabende und zeitgemässe Richtlinie genau dann vorliegt, wenn sie diese für den nächsten Auslandseinsatz von Mitarbeitenden zeitnah benötigen. Praxisorientierte Anwendung des Lebenshaltungskostenindex Autorin: Françoise Leutwyler In regelmässigen Abständen erscheinen Schlagzeilen über die teuersten Städte der Welt und je nach Studie unterscheiden sich die Ergebnisse. Da stellt sich im Entsendungsbereich die Frage, welche der Studien nun korrekt ist und welche Grundlage für die Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenshaltungskosten zwischen dem Ursprungsort und dem Einsatzort bei einem internationalen Transfer angewandt werden sollte. Gründe für unterschiedliche Ergebnisse bei verschiedenen Studien Für die Beantwortung der Frage nach der korrekten Studie ist ein Blick hinter die Kulissen angebracht. Grundsätzlich werden Ländervergleiche erstellt, indem die Preise bestimmter Warenkörbe von zwei Ländern verglichen werden. Dieses einfach anmutende Prinzip erweist sich im Detail auf der Ebene des Warenkorbes, der Untersuchungsmethodik und des Wechselkurses als komplex. Definition des Warenkorbes Für den Vergleich werden die Güter definiert, für welche die Preise verglichen werden, der sogenannte Warenkorb. Wird ein Warenkorb für Lebensmittel nach westlichen Lebensgewohnheiten definiert, befinden sich darin wahrscheinlich Brot, Käse, Wurst, Bier, Steak und Kartoffeln. Diese Grundnahrungsmittel sind in der westlichen Küche weit verbreitet, da sie in unseren Breitengraden günstig sind. In anderen Regionen der Welt sind dies jedoch beinahe Luxusgüter. Beispielsweise kostet 1kg Brot auf den Philippinen 2.5-mal so viel wie 1kg Reis. Enthält somit ein Warenkorb für den internationalen Vergleich 1kg Brot, so wird das Brot in Manila wahrscheinlich nicht viel günstiger sein als in der Schweiz. Aus diesem Grund ist der Unterschied bei den Lebenshaltungskosten zwischen den Philippinen und der Schweiz bezüglich Brot kleiner als erwartet. Ist die Zusammensetzung des Warenkorbes vor allem auf westliche Güter ausgelegt, werden die Unterschiede im Vergleich mit asiatischen Ländern kleiner als erwartet. Einfluss der Mietkosten Ein grosser Einflussfaktor auf unterschiedliche Lebenshaltungskosten sind die Mietkosten. Diese unterscheiden sich regional stärker als die Kosten für Konsumgüter, so dass die meisten Indizes mit oder ohne Mietkosten angeboten werden. Unterschiedliche Methoden Nicht nur die zu vergleichenden Güter, sondern auch die genaue Definition der Güter kann das Ergebnis beeinflussen. Ist im Warenkorb beispielsweise das Gut „50g Schwarztee“ enthalten, kann dies mit dem Gewicht (quantitativ) spezifiziert werden und ist in Indien auf dem Markt sehr günstig erhältlich. Wird der Schwarztee mit „Lipton Earl Grey Beutel“ (qualitativ) umschrieben, gilt der Tee in einigen Ländern wie den USA als günstig und in anderen Ländern als Luxusprodukt oder teure Importware. Zusätzlich spielt es eine Rolle, ob das Produkt auf dem Markt, im Supermarkt oder im Delikatessenladen gekauft wird. Angewandter Wechselkurs Die Datenerhebungen erfolgen in lokaler Währung. Somit beeinflussen Wechselkursschwankungen die Vergleichs ergebnisse signifikant. Mit der Aufhebung des Mindestkurses von Euro und Schweizer Franken Anfang 2015 sind die Vergleichspreise im Ausland über Nacht um fast 20% gesunken, seit Sommer 2017 jedoch wieder kontinuierlich gestiegen. Somit ist ein Lebenshaltungskostenindex im Zusammenhang mit dem entsprechenden Wechselkurs zu betrachten. Passender Index für Einsätze im Ausland Je nach Einsatz ist eine andere Methodik oder ein anderer Waren korb angemessen, um den Unterschied in den Lebenshaltungskosten zu berechnen. Mögliche Einflussfaktoren können die Dauer des Einsatzes sowie der Grad der Unterschiede in den Lebensgewohnheiten sein. Dauer des Einsatzes Zu Beginn der Ankunft in einem unbekannten Land wird es für einen Mitarbeiter schwierig sein, gleich die günstigste

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